Energetische Ertüchtigung und Sanierung von Gebäuden – der achte moderierte Erfahrungsaustausch informiert

Bildunterschrift: Annette Bähr informiert zur energetischen Ertüchtigung von Gebäudehüllen von Nichtwohngebäuden.

Zum Auftakt des achten moderierten Erfahrungsaustauschs des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest berichtete Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der Forum Energieberatung GmbH, zunächst über aktuelle Themen aus der Energiewirtschaft. Neben der Zusammensetzung der Strom- und Gaspreise informierte er die Teilnehmer auch über das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das zum 01.01.2021 in Kraft tritt. Betroffene Brennstoffe seien Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Benzin und Diesel, so Scheyhing. Ab 2021 betrage der CO₂-Aufschlag auf Brennstoff 10 Euro pro Tonne CO₂. Dieser Betrag werde bis 2025 jährlich gesteigert. Ab 2026 gebe es ein bundesweites Handelssystem mit Preisunter und -obergrenze, so Scheyhing weiter. Im Gegenzug werde die EEG-Umlage in den Jahren 2021, 2022 bzw. 2023 abgesenkt. Zum Abschluss seines Vortrags weist Scheyhing auf den Meldefristenkalender hin. Dieser beinhaltet alle Fristen, welche gesetzlich eingehalten werden müssen. Ein Beispiel sei die Abgabe eines KMU-Nachweises bis zum 31.12.2019

Annette Bähr, Mitarbeitern beim Architektur- und TGA-Planungsbüro Carsten Grobe Passivhaus, stellte in Ihrem Vortrag die energetische Ertüchtigung von Gebäudehüllen von Nichtwohngebäuden vor und informierte zu entsprechenden Fördermitteln. Im Gegensatz zu früher, als die Gebäudehülle dem Schutz vor Witterung und Feinden diente und als Wohn- und Arbeitsstätte genutzt wurde, sei heute die thermische Behaglichkeit von großer Relevanz. Hierunter fielen unter anderem Kriterien wie Lufttemperatur, Zugluft, relative Raumluftfeuchte oder auch die Kleidung und Tätigkeit. Geregelt seien diese Komfortkriterien in der DIN EN 7730. Heute habe die Gebäudehülle auch Aufgaben des Wärmeschutzes übernommen. Im Zuge der energetischen Ertüchtigung gebe es diverse EU-Richtlinien und bundesweite Gesetze, unter anderem die Energie Einsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), so Bähr weiter. Im Rahmen der EnEV gebe es Gestaltungsspielräume, so Bähr. Für den Wärmeschutz und die Anlagentechnik seien lediglich Mindestwerke einzuhalten. Im weiteren Verlauf stellte Bähr den Energiebedarf für Bürogebäude vor, informierte zu Benchmarks für die Energieeffizienz von Nichtwohngebäuden und stellte die Mindestanforderungen an die Gebäudehüllen sowie einige Beispiele von Dämmmaterialien vor. Das größte wirtschaftliche Potenzial liege in der Planungsphase, so Bähr. Nach einer kleinen Pause veranschaulichte Frau Bähr am praktischen Beispiel der Sanierung des dänischen Expo-Pavillons zum Plusenergiegebäude das Vorgehen.

Zum Abschluss des moderierten Erfahrungsaustauschs fand eine Unternehmensführung beim gastgebenden Unternehmen Arnold Lammering GmbH in Schüttorf statt.