Fünfter moderierter Erfahrungsaustausch befasst sich mit Energiesammelgesetz und Druckluft

Der fünfte moderierte Erfahrungsaustausch des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest stand ganz im Zeichen der Themen Energiesammelgesetzes und Druckluft. Gastgeber war die Stemman-Technik GmbH. Die Teilnehmer erhielten durch Fachvorträge externer Experten Input für ihre Arbeit und besichtigen im Anschluss das Unternehmen.

Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der WV Forum Energieberatung GmbH, erläuterte zu Beginn des Treffens den aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens zum "Energiesammelgesetz". Neben der Definition für den Letztverbraucher stellte er den Grundsatz der Mengenermittlung dar. Letztverbraucher seien die Betreiber einer Anlage, in welcher der Strom verbraucht werde, führt Scheyhing aus. Beim Grundsatz der Mengenermittlung, bei der selbst verbrauchte und an Dritte gelieferte Strommengen mittel mess- und eichrechtskonformen Messeinrichtungen zu erfassen seien, gebe es Ausnahmen, so der Experte. "Bagatellverbräuche und in Fällen, in denen Messungen technisch beziehungsweise wirtschaftlich nicht möglich sind, bilden die Ausnahme beim Grundsatz der Mengenermittlung." Scheyhing verwies in seinem Vortrag auch auf die Übergangsregelung. "Bis zum 31.12.2019 gilt eine Übergangsregelung. Bis zu diesem Datum ist eine Schätzbefugnis möglich, sofern anschließend die Abgrenzung mittels geeichter Messeinrichtungen erfolgt."

Wie Druckluft effizient einzusetzen ist, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Peter Radgen in seinem Vortrag. Der Experte mit einem Lehrstuhl für Energieeffizienz an der Universität Stuttgart ging zunächst auf die Bedeutung von Druckluft ein. "Druckluft hat einen hohen Verbreitungsgrad in der Industrie und im produzierenden Gewerbe. Circa zehn Prozent des industriellen Strombedarfs in der EU entfallen auf die Bereitstellung von Druckluft." In Audits könne man regelmäßig feststellen, dass unter anderen sowohl Leerlaufzeiten von Kompressoren als auch Leckageraten zwischen zwanzig und fünfzig Prozent liegen können, so Radgen. Er empfahl den Teilnehmern, ihre Motorensysteme zu prüfen. "Wirtschaftliche Einsparpotentiale liegen häufig zwischen zwanzig und dreißig Prozent."

Zur Effizienz von Druckluftanlagen und Rohrleitungen referierte im weiteren Verlauf Ralf Kügler von der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH aus Essen. "Druckluft ist ein wertvoller und teurer Energieträger. Die Energiekosten eines Kompressors machen im Rahmen der Life Cycle Costs immerhin rund siebzig bis achtzig Prozent der Gesamtkosten aus.", so Kügler. Er sprach gegenüber den Teilnehmern die Empfehlung aus, Leerläufe von Kompressoren zu vermeiden. "Im entlasteten Zustand verbraucht ein Kompressor elektrische Energie, erzeugt aber keine Druckluft." Dies sei mit neuen drehzahlgeregelten Kompressoren möglich, so der Experte. Sein Kollege Herr Wilfried Kampen ging in seiner Präsentation ebenfalls auf Fördermaßnahmen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein. Hierbei gebe es eine Investitionsförderung in Form einer Anteilsfinanzierung beziehungsweise Fördersätze von dreißig Prozent für kleine und mittlere sowie zwanzig Prozent für sonstige und große Unternehmen bei den zuwendungsfähigen Kosten.

Bildunterschrift: Im Rahmen von Fachvorträgen werden die Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest informiert.

Bildunterschrift: Die Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest erhalten bei den Netzwerktreffen aktuelle Informationen von Energie-Experten.