Viertes Netzwerktreffen beschäftigt sich mit dem Thema Kraft-Wärme-Kopplung

Bei den Netzwerktreffen bekommen die Teilnehmer durch Fachvorträge externer Experten Input für ihre Arbeit. Neben regelmäßigen Unternehmensbesichtigungen, Energieaudits und dem Coaching von Energieteams ist das ein wichtiger Baustein der Netzwerkarbeit.

Beim vierten Netzwerktreffen rückte Thomas Herrmann, Experte für Energielösungen bei der E.ON Energie Deutschland GmbH, in seinem Vortrag bei WKS die Wärmeerzeugung mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die Abwärmenutzung in den Fokus. Er verwies darauf, dass Unternehmen ungenutzte Abwärmepotenziale gleichzeitig als Prozess- oder Gebäudewärme nutzbar machen können. „Das kann sich erheblich positiv auf die Prozess- bzw. Heizkosten eines Betriebs auswirken“, betonte der Experte, der auch auf Förderprogramme wie das KfW-Energieeffizienzprogramm zur Unterstützung solcher Investitionen hinwies. Ein weiteres Anlagenkonzept, das sich aus Sicht des Experten besonders für Unternehmen empfiehlt, seien Druckluft-Blockheizkraftwerke „In fast jedem produzierenden Unternehmen ist Druckluft eine Komponente des Fertigungsprozesses. Durch die kombinierte Erzeugung von Druckluft und Wärme nach dem KWK-Prinzip kann Energie eingespart werden“, so Herrmann.

Mit Wärmeerzeugung beschäftigte sich auch Hans-Georg Kronemeyer, Geschäftsführer der Kronemeyer GmbH aus Uelsen. „In diesem Bereich gibt es noch viel Optimierungspotenzial, das mit geringem Investment umgesetzt werden kann“, betonte er in seinem Vortrag und empfahl den Teilnehmern, Wärmeerzeugungs- und Lüftungsanlagen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen: „Im Schnitt sind die Wärmeerzeugungsanlagen in Deutschland über 17 Jahre alt – das ist viel zu alt. Neugeräte bringen Energieeinsparungen in Höhe von 20 Prozent pro Jahr. Dadurch amortisiert sich die Neuanschaffung in relativ kurzer Zeit bezogen auf die Nutzungsdauer.“

Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der Forum Energieberatung GmbH, verwies in seinem Vortrag auf den „Bürokratiedschungel“ im Umgang mit Energiesteuern. Aufgrund einer Vielzahl gesetzlicher Regelungen wie dem Strom- und Energiesteuergesetz, der EEG und der Stromnetzentgeltverordnung sind insbesondere energieintensive Unternehmen mit einer zunehmenden Fülle von Meldepflichten konfrontiert. „Je nach Unternehmen können bis circa 25 verschiedene Meldungen je Kalenderjahr verpflichtend sein. Werden diese nicht erfüllt, wird gegen geltendes Recht verstoßen und es drohen je nach Sachverhalt empfindliche wirtschaftliche Nachteile“, zeigte Scheyhing auf und ergänzte: „Ein Bürokratieabbau bei der Einhaltung von rechtlichen Regelungen im Energiebereich ist daher dringend erforderlich.“

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Netzwerkmitglieder die Gelegenheit, bei einer Führung einen Blick hinter die Kulissen der WKS Textilveredelung zu werfen. Sie war Gastgeber des vierten Netzwerktreffens.

Bildunterschrift: Die Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest erhalten bei den Netzwerktreffen aktuelle Informationen von Energie-Experten.