Interessenvertretung: Bürokratieabbau bei Energiesteuern gefordert

Die WV Forum Energieberatung und die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim haben sich am 19. März mit den Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN) zu einem Gedankenaustausch sowie der Auslotung von Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Energie- und Klimapolitik in Hannover getroffen. Gemeinsam wollen sie einen Bürokratieabbau für Unternehmen bei der Einhaltung von rechtlichen Regelungen im Bereich Energie erreichen.

„Aufgrund einer Vielzahl gesetzlicher Regelungen im Energiebereich wie Strom- und Energiesteuergesetz, EEG und Stromnetzentgeltverordnung sind insbesondere energieintensive Unternehmen mit einer zunehmenden Fülle von Meldepflichten konfrontiert“, sagte Jutta Lübbert, Geschäftsführerin bei der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Je nach vorliegender Marktrolle eines Unternehmens könnten bis circa 25 verschiedene Meldungen je Kalenderjahr verpflichtend sein, betonte Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der in Nordhorn ansässigen WV Forum Energieberatung GmbH. Würden diese nicht erfüllt, werde gegen geltendes Recht verstoßen und es drohten je nach Sachverhalt empfindliche wirtschaftliche Nachteile.

Vor dem Hintergrund der von der neuen Landesregierung angekündigten Offensive für Entbürokratisierung sei nun seitens der Wirtschaft der richtige Zeitpunkt gekommen, um auf Gehör bei den Verantwortlichen zu stoßen, hofft Lübbert.

Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit bezogen auf die Gründung von Energieeffizienz-Netzwerken vorgesehen. Bundesweit sollen bis zum Jahr 2020 rund 500 Energieeffizienz-Netzwerke entstehen und durchgeführt werden. Aktuell wurden erst rund 100 Netzwerke initiiert. „Mit unserem Know-how wollen wir gemeinsam mit den UVN einen Beitrag zur Gründung weiterer Netzwerke leisten“, sagte Scheyhing.

Als Hilfestellung für Unternehmen hat die WV Forum Energieberatung einen Meldefristenkalender auf ihrer Website veröffentlicht. Der Kalender informiert über wichtige Termine im Jahr 2018, an denen Unternehmen Daten zu ihrem Energiemanagement bzw. -verbrauch melden müssen, um von Entlastungsmöglichkeiten bei den Energiekosten zu profitieren. Er kann unter www.forum-energieberatung.de kostenlos heruntergeladen werden.

Bildunterschrift: Jutta Lübbert (3. v. l.) und Jörg Scheyhing (1. v. l.) bei der Übergabe der langen Liste von Meldefristen bei Energiesteuern und -abgaben an Benedikt Hüppe (2. V. l.), Leiter Energie- und Klimapolitik sowie Christoph Meinecke (4. v. l.) stellv. Hauptgeschäftsführer bei den Unternehmerverbänden Niedersachsen in Hannover.