Grafschafter Unternehmen starten in die aktive Netzwerkarbeit

Betriebliche Kosten senken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten – diese Ziele verfolgen die beteiligten Unternehmen des neuen Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest. Nach der Gründung im Mai dieses Jahres sind die Mitglieder nun zum ersten regulären Treffen zusammengekommen, um sich über konkrete Möglichkeiten des Energiesparens in den Betrieben auszutauschen und das Knowhow auszuweiten. Dem auf drei Jahre angelegten Netzwerk gehören acht Grafschafter Firmen und die Flintermann Glasveredelungs GmbH aus dem emsländischen Salzbergen an – Letztere war auch Gastgeber der jüngsten Zusammenkunft.

„Heute starten wir mit der praktischen Arbeit des Netzwerks“, freute sich Jutta Lübbert in ihrer Begrüßungsrede, die sie in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der WV Forum Energieberatungs GmbH hielt. Die Gesellschaft, mit Sitz in Nordhorn, ist Veranstalter des Energieeffizienz-Netzwerks Nordwest.

In dem ersten von insgesamt neun Workshops erhielten die Teilnehmer breit gefächerte Experteninformationen, die von rechtlichen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft über intelligente Ladelösungen bei der Umstellung des Fuhrparks auf Elektroautos bis hin zur Vorstellung von Förderprogrammen zur Steigerung der Energieeffizienz reichten. Am Ende stand die Besichtigung des gastgebenden Unternehmens, die Flintermann Glasveredelungs GmbH, auf dem Programm.

Besonders spannend für die Unternehmen war der Blick auf die energetische Ausgangsbasis ihres Netzwerks. Die Betriebe hatten mit Unterstützung der WV Forum Energieberatung den Ist-Zustand ihres Energiebedarfs ermittelt. Das heißt: Wie viel Strom, Kraftstoff, Erdgas und Öl werden in den Bereichen Fuhrpark, Produktion, Heizung und Beleuchtung in den einzelnen Firmen verbraucht? Diese Werte bilden die Grundlage für die noch festzulegenden Einsparziele des Netzwerks.

Besonders wichtig war den Unternehmern vorab das Thema E-Mobilität zur Steigerung der Energieeffizienz in ihren Unternehmen. Vor diesem Hintergrund sprach Simon Werhahn vom Unternehmen Digital Energy Solutions aus München zum Thema „Elektroautos – Status Quo und Herausforderungen“.

„Beim Thema E-Mobilität sind wir aktuell noch in den ersten Schritten“, stellte Werhahn klar – sowohl hinsichtlich der Zahl der zugelassenen Fahrzeuge als auch der Lade-Infrastruktur in Deutschland. „Ohne Steckdose funktioniert nichts“, brachte er es auf den Punkt. Soll der Firmenfuhrpark auf E-Fahrzeuge umgestellt werden, ist das Aufstellen einer eigenen Ladesäule also unabdingbar. Dabei gibt es Einiges zu beachten: So muss das vorhandene Stromnetz leistungsfähig genug sein, um die Säule überhaupt versorgen zu können; ebenso sollten die Ladevorgänge außerhalb von Produktionszeiten liegen, in denen ohnehin viel Strom verbraucht wird. Angesichts unterschiedlicher Ladetechniken riet der Experte: „Unternehmen sollten sich für eine Schnellladesäule entscheiden, damit die Firmenfahrzeuge rasch wieder einsatzbereit sind“. Zudem wies Simon Werhahn auf einen steuerlichen Aspekt hin: So können etwa Mitarbeiter nach der derzeitigen Gesetzeslage bis Ende 2020 ihr E-Fahrzeug am Standort des Arbeitgebers aufladen, ohne dies als geldwerten Vorteil angeben zu müssen.

Nach einer Betriebsbesichtigung im Gastgeber-Unternehmen schlossen die Netzwerk-Mitglieder das Treffen mit zahlreichen neuen und interessanten Eindrücken ab. Die Grafschafter Teilnehmer sind die Unternehmen Arnold Lammering, KVS, Busmann Alu-Bau und Stemmann Technik (jeweils Schüttorf), Werkstätten GmbH, K. Heinz Moelle und Grafschafter Nachrichten (jeweils Nordhorn) und WKS Textilveredlung (Wilsum). Der nächste Termin steht Anfang Dezember an.

Das Netzwerk wird vom Land Niedersachsen sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziell gefördert. Kooperationspartner sind die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, die Wirtschaftsförderung und das Klimaschutzmanagement des Landkreises Grafschaft Bentheim sowie die IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim. Zudem gehört das Netzwerk der „Initiative Energieeffizienznetzwerke" an, welche die Idee der aktuellen Bundesregierung unterstützt, bis 2020 deutschlandweit 500 Energieeffizienznetzwerke zu gründen. Eine interaktive Karte der Netzwerke mit allen teilnehmenden Unternehmen gibt es im Internet unter www.effizienznetzwerke.org.